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Marc Rich
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Marc Rich (* 18. Dezember 1934 in Antwerpen als Marcell David Reich;cite-ref-1[1] â 26. Juni 2013 in Luzern) war ein spanisch-israelischer international tĂ€tiger Immobilien- und Finanzinvestor und einer der erfolgreichsten und umstrittensten RohstoffhĂ€ndler weltweit.
Contents
âą Leben
âą Paradise Papers
⹠VermÀchtnis
âą Als Philanthrop
âą Auszeichnungen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Leben
Jugend und Flucht in die USA
Marc Richs Eltern waren deutschsprachige Juden. Die Mutter Paula Reich stammte aus SaarbrĂŒcken, der Vater David Reich ursprĂŒnglich aus dem Schtetl von PrzemyĆl in Polen und ging spĂ€ter nach Frankfurt am Main. Dort handelte der Vater mit allem Beweglichen von Altmetall bis Schuhen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten flohen seine Eltern aus Frankfurt nach Belgien, wo Rich als Marcell David Reich im Dezember 1934 in Antwerpen zur Welt kam. Die Familie Reich floh vor der Wehrmacht noch vor der vollstĂ€ndigen Besetzung Belgiens mit einem Pkw nach Frankreich und dann ins bis zum 11. November 1942 unbesetzte Vichy-Frankreich. Ein Jahr spĂ€ter gelang es der Familie, in letzter Minute ohne Geld auf einem Frachtschiff von Marseille nach Marokko zu entkommen. SchlieĂlich kamen sie mit dem Frachter Monviso in die USA. In New York wohnte die Familie, von der zu dieser Zeit niemand Englisch sprechen konnte, die erste Zeit bei Verwandten. Danach zog sie zuerst nach Philadelphia, dann weiter nach Kansas City und schlieĂlich zurĂŒck nach New York in den Stadtteil Queens, wo viele jĂŒdische Immigranten lebten. 1945 erhielten die Reichs die amerikanische StaatsbĂŒrgerschaft und Ă€nderten ihren Namen zu Rich.
Bevor sich die Familie niederlieĂ, ging der junge Marc auf der Primar- und Sekundarstufe fast jedes Jahr in eine andere Schule. In Queens hielt sich Marc oft im GeschĂ€ft seines Vaters auf und arbeitete dort mit. Der Vater handelte mit Schmuck, Autoersatzteilen und Tabak. Mit JutesĂ€cken, welche die US Army wĂ€hrend des Koreakriegs (1950â1953) dringend fĂŒr SandsĂ€cke brauchte, brachte er es zu einem gewissen Wohlstand.
Marc Rich ging in Manhattan zur privaten Rhodes School (High School) und studierte von 1952 an zwei Semester Marketing an der New York University.
Beruflicher Werdegang
Er begann 1954 beim Rohstoffunternehmen Philipp Brothers, dem damals weltgröĂten RohstoffhĂ€ndler, der von einer Gruppe deutsch-jĂŒdischer Emigranten um Ludwig Jesselson gefĂŒhrt wurde, als Lehrling. 1964 bis 1974 arbeitete er als Manager der Philipp-Brothers-BĂŒros in Spanien. Zu Beginn der 1970er Jahre schuf er den heutigen Handel fĂŒr Rohöl (Spotmarkt).cite-ref-2[2]
Rich grĂŒndete 1974 mit einigen seiner WeggefĂ€hrten, darunter auch Pincus Green, ein eigenes Rohstoffunternehmen, die âMarc Rich + Co AGâ mit Hauptsitz im schweizerischen Zug. Diese Firma wurde ĂŒber die nĂ€chsten Jahrzehnte zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten Unternehmen der Branche. Sie wurde 1979 in âMarc Rich + Co Holding AGâ umbenannt. 1993 verkaufte Rich den Tradingbereich der Marc Rich + Co Holding AG an die Manager. Daraus entstand das Unternehmen Glencore. 1996 grĂŒndete Marc Rich die âMarc Rich + Co Investment AGâ, eine kleine Rohwarenhandelsgruppe. 1997 wurde die âMarc Rich + Co Holding AGâ in die âMarc Rich + Co Holding GmbHâ umgewandelt, ĂŒber deren Anteile an der âMarc Rich + Co Investmentâ im Jahr 2001 Verhandlungen mit der zur russischen Alfa-Gruppe gehörende âCrown Resourcesâ liefen,cite-ref-bilanz-3-0[3] es aber laut Unternehmens-Website nicht zum Verkauf kam. 2003 wurde das Aktienkapital der âMarc Rich + Co Investment AGâ wegen einer Unterbilanz herabgesetzt.cite-ref-4[4] Seit 1. Juli 2011 firmiert sie unter âMRI Trading AGâ, daneben besteht noch die âMarc Rich Real Estate GmbHâ.
Seine Zeit bei Philipp Brothers bot Rich die Gelegenheit, Beziehungen zu verschiedenen diktatorischen Regimen und mit Embargos belegten Nationen aufzubauen. Rich erzĂ€hlte spĂ€ter dem Biographen Daniel Ammann, dass er seine âwichtigsten und profitabelstenâ GeschĂ€fte durch die Verletzung internationaler Handelsembargos und GeschĂ€fte mit dem Apartheidsregime SĂŒdafrikas getĂ€tigt hatte.cite-ref-q1-5-0[5] Zu den Kunden, die er bediente, zĂ€hlte unter anderem Fidel Castros Kuba, das marxistische Angola, die nicaraguanischen Sandinisten, Muammar Gaddafis Libyen, Nicolae CeauÈescus RumĂ€nien und Augusto Pinochets Chile.cite-ref-6[6] Laut Ammann bereute Rich âĂŒberhaupt nichts...â Er pflegte zu sagen: âIch erbringe eine Dienstleistung. Leute wollen mir Ăl verkaufen, und andere wollen Ăl von mir kaufen. Ich bin ein GeschĂ€ftsmann, kein Politiker.âcite-ref-q1-5-1[5]
Indem er trotz des internationalen Embargos den Handel des Apartheid-Regimes in SĂŒdafrika mitfinanzierte und förderte (unter anderem lieferten seine Firmen 15 % aller Ălfrachten zwischen 1979 und 1993cite-ref-7[7] und 50 Tankerladungen zwischen Februar 1982 und November 1986cite-ref-8[8]), hielt er es an der Macht.cite-ref-9[9] Die Ăllieferungen werden auf mindestens 400 Millionen Barrel geschĂ€tzt, der Profit fĂŒr Richs Firmen auf zwei Milliarden Dollar.cite-ref-10[10] Nachdem sich die Konkurrenzfirma Phibro-Salomon 1985 nach Ausrufung des Ausnahmezustands und der Rubikon-Rede Bothas aus dem SĂŒdafrika-GeschĂ€ft zurĂŒckgezogen hatte,cite-ref-11[11] ĂŒbernahm Rich den Export fĂŒr die sĂŒdafrikanische Black Mountain, eine der gröĂten Bleiminen der Welt.cite-ref-12[12]
Richs Firmen waren auch jahrelang der bedeutendste Rohöllieferant fĂŒr Israel mit einem Anteil von bis zu 60â90 % des Bedarfscite-ref-13[13] (im langjĂ€hrigen Schnitt ĂŒber 20 %). Beschafft wurde das Ăl in der Islamischen Republik Iran â auch wĂ€hrend die USA wegen der Geiselnahme in der Teheraner Botschaft (1979â1981) ein Importverbot und die EU-AuĂenminister Sanktionen verhĂ€ngt hatten.cite-ref-14[14] Rich nutzte seine besondere Beziehung zu Ayatollah Khomeini, dem FĂŒhrer der iranischen Revolution von 1979, um die besagten ĂlgeschĂ€fte abzuwickeln. Der Iran sollte fĂŒr mehr als 15 Jahre zum wichtigsten Rohöllieferanten von Rich werden. Der Verkauf an Israel fand ĂŒber eine geheime Pipeline statt.cite-ref-15[15]cite-ref-16[16] Ebenfalls aufgrund seiner guten Beziehungen zum Iran und zu Ayatollah Khomeini verhalf Rich den Agenten des Mossad zu Kontakten im Iran.cite-ref-17[17]
Seine Immobiliengesellschaft, Marc Rich Real Estate GmbH, war an groĂen BautrĂ€gerprojekten unter anderem in Prag und der Tschechischen Republik beteiligt. Im Jahr 1981 kaufte Rich gemeinsam mit Marvin Davis 20th Century Fox. Sein Vermögen, einschlieĂlich seiner Beteiligung an 20th Century Fox, wurde wĂ€hrend er in der Schweiz lebte aufgrund der Anklage gegen Rich wegen Verletzung der US-Handelssanktionen wegen seiner GeschĂ€fte mit dem Iran eingefroren. Davis wurde von den Behörden die Erlaubnis erteilt Richs Beteiligungen zu kaufen. Daraufhin verkaufte er diese im MĂ€rz 1984 fĂŒr 232 Millionen USD an Rupert Murdoch.cite-ref-18[18]
Im Mai 2007 erhielt Marc Rich einen Ehrendoktortitel der Bar-Ilan-UniversitĂ€t in Ramat Gan. Die zweitgröĂte israelische UniversitĂ€t begrĂŒndete die Verleihung mit Marc Richs jahrzehntelangem finanziellen Engagement fĂŒr die medizinische Forschung zur BekĂ€mpfung der LeukĂ€mie und den Projekten seiner Stiftungen zur VölkerverstĂ€ndigung. Einen Preis fĂŒr soziales Engagement erhielt Rich als GrĂŒnder der Rich-Stiftungen (Sheba Humanitarian Award 2008).
Er war von 1966 bis 1996 mit der Liedtexterin Denise Eisenberg Rich verheiratet und hat mit ihr drei Töchter (Ilona Schachter-Rich (* 1967); Gabrielle Rich Aouad (1969â1996); Danielle Kilstock Rich (* 1975)).cite-ref-19[19]cite-ref-20[20] Nach seiner Trennung von seiner ersten Ehefrau Denise heiratete er 1996 die verwitwete MĂŒnchnerin Gisela Rossi, von der er sich 2005 wieder scheiden lieĂ. Sie brachte zwei Söhne in die Ehe mit.cite-ref-21[21]
Sein Vermögen wurde 2012 vom Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz auf 850 Millionen Schweizer Franken (ca. 700 Millionen Euro) geschÀtzt.cite-ref-22[22]
Anklage und Begnadigung
Marc Rich und andere HĂ€ndler wurden 1983 der Steuerhinterziehung, Falschaussage, Handel mit dem Iran und umstrittenen RICOs (Racketeer Influenced and Corrupt Organisations, Trading with the Enemy Act) durch Staatsanwalt Rudy Giuliani, den spĂ€teren BĂŒrgermeister von New York, beschuldigt und angeklagt. Giuliani bezeichnete Rich als âden gröĂten SteuerbetrĂŒger in der Geschichte der USAâ. Die Anklage hĂ€tte zu einer GefĂ€ngnisstrafe von mehr als 300 Jahren gefĂŒhrt, wenn Rich in allen Anklagepunkten verurteilt worden wĂ€re.cite-ref-25[25] Ein Prozess kam allerdings nie zustande, da sich Marc Rich bereits einige Monate vor der Anklageerhebung nach Zug abgesetzt hatte, wo seine Firma seit 1974 ansĂ€ssig war, bereits im September 1982 auf die amerikanische NationalitĂ€t verzichtet hatte und sich in Spanien einbĂŒrgern lieĂ, wo er zehn Jahre lang gelebt hatte. Des Weiteren war er StaatsbĂŒrger Israels.cite-ref-infocube-26-0[26] Rich machte einen ehemaligen Mossad-Agenten zu seinem Sicherheitsberater;cite-ref-27[27] dieser war zeichnungsberechtigtes Mitglied im Stiftungsrat der Marc Rich Foundation.cite-ref-28[28] Eine gegen seine Schweizer Unternehmung gerichtete AktenherausgabeverfĂŒgung der amerikanischen Behörden bezeichnete der Schweizer Bundesrat 1985 als verbotenen wirtschaftlichen Nachrichtendienst und völkerrechtswidrig.cite-ref-29[29] Nachdem die Firma bereits 200.000 Dokumente an die USA ausgeliefert hatte, wurden die noch vorhandenen Akten durch die Bundespolizei beschlagnahmt und die USA auf den Rechtsweg verwiesen. Eine 1985 geplante EntfĂŒhrung von Marc Rich in die USA scheiterte mit der Ausweisung von zwei Amerikanern. Ein von der Schweiz gewĂŒnschtes Memorandum of Understanding, welches die USA verpflichtete, sich an den Rechtsweg zu halten, kam erst zustande, als BundesrĂ€tin Elisabeth Kopp persönlich nach Washington reiste.cite-ref-30[30] Richs Unternehmen bekannten sich schlieĂlich in 35 FĂ€llen der Steuerhinterziehung fĂŒr schuldig und zahlten 90 Millionen USD Strafe.cite-ref-31[31] Rich stand jahrelang auf der Liste der âMost Wantedâ des FBI. Aus Angst vor einer Verhaftung kehrte er nicht einmal in die Vereinigten Staaten zurĂŒck, um 1996 an der Beerdigung seiner Tochter teilzunehmen.cite-ref-32[32]
Am 20. Januar 2001 erhielt Marc Rich die wohl bekannteste der 140 Begnadigungen, die PrĂ€sident Clinton an seinem letzten Amtstag aussprach. Rich hatte vorher Bedenken geĂ€uĂert, ob das Gnadengesuch seines GeschĂ€ftspartners Green nicht sein eigenes negativ beeinflussen könnte.cite-ref-33[33] Unter anderem Schimon Peres und Ehud Barakcite-ref-34[34] hatten sich persönlich fĂŒr Rich eingesetzt. Ehud Olmert, ein weiterer FĂŒrsprecher, hatte acht Jahre zuvor von Rich eine fĂŒr israelische VerhĂ€ltnisse groĂzĂŒgige Spende fĂŒr seinen BĂŒrgermeisterwahlkampf erhalten.cite-ref-35[35] Mit Clintons Gnadenerlass wurde die Anklage gegen Rich aufgehoben. Weil Richs frĂŒhere Frau und Mutter seiner drei Kinder wĂ€hrend der Amtszeit Clintons umfangreiche Spenden an die Demokratische Partei geleistet hatte (450.000 Dollar fĂŒr die Clinton Library),cite-ref-36[36] wurde vielfach behauptet, die Amnestie sei erkauft worden. PrĂ€sident Clinton erklĂ€rte jedoch, dass die Entscheidung aufgrund der Faktenlage erfolgt sei und weil Ă€hnliche Anklagen auf zivilem Weg prozessiert worden seien.cite-ref-37[37] Das FBI veröffentlichte am 1. November 2016 einen 129-seitigen Bericht ĂŒber die Untersuchung aus dem Jahr 2001 auf seiner Webseite.cite-ref-38[38] Dies fĂŒhrte wegen des Zeitpunkts der Veröffentlichung kurz vor der PrĂ€sidentschaftswahl am 8. November, in der Clintons Ehefrau Hillary Clinton als Kandidaten der Demokraten antrat, zu Kritik. Das FBI erklĂ€rte, dass es entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen automatisch veröffentlicht wurde, nachdem die Dokumente dreimal angefragt wurden.cite-ref-39[39]
Paradise Papers
Am 5. November 2017 enthĂŒllten die Paradise Papers, dass die Offshore-Anwaltskanzlei Appleby in der Vergangenheit fĂŒr Rich und Glencore an groĂen Projekten gearbeitet hatte, auch nach seiner Anklage im Jahr 1983.cite-ref-40[40]cite-ref-41[41]
VermÀchtnis
Glencore International AG war ein Unternehmensnachfolger der Marc Rich + Co AG. Ende 1993 verlor Rich die Kontrolle ĂŒber das Unternehmen, als ein gescheiterter Versuch, den Zink-Weltmarkt zu drĂŒcken, dazu fĂŒhrte, dass einige Teilhabercite-ref-42[42] darauf bestanden, dass er seine Mehrheitsbeteiligung aufgab. Nach einem Management-Buy-out wurde Marc Rich + Co in Glencore umbenannt. Ivan Glasenberg wurde 2002 zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Glencore fusionierte 2013 mit Xstrata zu Glencore Xstratacite-ref-43[43] mit Sitz in Baar, Schweiz. Bis zum Börsengang 2011 von Glencorecite-ref-44[44] und der Fusion von Glencore/Xstrata im Jahr 2013cite-ref-45[45] wurde Glencore als private Partnerschaft gefĂŒhrt.cite-ref-46[46]
Trafigura Beheer BV mit Sitz in den Niederlanden ist ein weiteres Nachfolgeunternehmen, das jedoch nie im Besitz von Rich war oder direkt von Rich geleitet wurde. Es wurde im MĂ€rz 1993 gegrĂŒndet, wobei der Name von einem bestehenden, in Amsterdam eingetragenen Unternehmen erworben wurde. Ihre GrĂŒndungspartner waren neben Claude Dauphine die ehemaligen SpitzenkrĂ€fte von Marc Rich. Die Trafigura AG ist heute die Hauptniederlassung mit Sitz in Genf, Schweiz.cite-ref-47[47]
StaatsbĂŒrgerschaft
Obwohl Rich glaubte, dass er seine US-StaatsbĂŒrgerschaft verloren hatte, als er die spanische StaatsbĂŒrgerschaft annahm, entschied ein Berufungsgericht 1991, dass Rich nach US-Recht StaatsbĂŒrger der Vereinigten Staaten geblieben war und daher weiterhin der US-Einkommensteuer unterlag. Er besaĂ auĂerdem einen belgischen, bolivianischencite-ref-48[48] und israelischen Pass.
Als Philanthrop
Rich war ein starker Förderer Israels und hat im Laufe seines Lebens rund 150 Millionen USD an Institutionen wie das Israel-Museum, das Tel Aviv Museum of Art, Forschungszentren, Theater sowie zahlreiche andere EmpfĂ€nger in Israel gespendet.cite-ref-49[49] Rich spendete mehrere Millionen USD fĂŒr die Aufnahme jĂŒdischer Einwanderer aus Ăthiopien und Russland. Er beteiligte sich am Project Discovery, grĂŒndete einen Museumstrakt fĂŒr israelische und internationale Kunst im Namen seiner verstorbenen Tochter Gabriela. AuĂerdem trug er zur Errichtung des neuen GebĂ€udes des Tel Aviver Kinos namens âMarc Rich Israeli Cinema Centerâ und zur Errichtung der Hauptbibliothek an der IDC Herzliya University bei,cite-ref-50[50] welche seinen Namen trĂ€gt. Rich setzte sich auch fĂŒr die Koexistenz zwischen Israelis und PalĂ€stinensern ein, indem er Gesundheits- und Bildungsprogramme im Westjordanland und im Gazastreifen einrichtete. Des Weiteren leistete er BeitrĂ€ge an das Center for Sloan-Catherine, das Medizinische Forschungszentrum der UniversitĂ€t Yale, das Rabin Medical Center und das Zentrum des Dana-Farber Cancer Institute. Marc Rich schuf die Rich Foundation, einen der gröĂten in Israel tĂ€tigen Fonds, welcher von Avner Azulay verwaltet wird. Durch den Fonds wurden in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als 135 Millionen USD investiert.cite-ref-51[51]cite-ref-52[52] GegrĂŒndet wurde der Fonds von Avner Azulay mit der Hilfe von Richs Ex-Frau Denise und seinen GeschĂ€ftspartnern Elka Acle und Pincus Green. Der Fonds hat im Laufe der Jahre BeitrĂ€ge fĂŒr Kultur, Bildung und verschiedene israelische Gesundheitsprogramme geleistet. Rich half auch beim Bau des Bioengineering-GebĂ€udes an der Bar-Ilan-UniversitĂ€t.
Die Marc Rich Collection im Kunsthaus ZĂŒrich
Aus Anlass des 150. Geburtstags der Fotografie schenkte Marc Rich 1989 dem Kunsthaus ZĂŒrich eine eigene Fotosammlung. Es handelt sich vorwiegend um schwarz-weiĂe historische AbzĂŒge, welche die Entwicklung der klassischen kĂŒnstlerischen Fotografie von Ende des 19. Jahrhunderts an reprĂ€sentieren. Die Collection bildet den Grundstock fĂŒr den Sammlungsbereich der klassischen, kĂŒnstlerischen Fotografie des bedeutenden ZĂŒrcher Kunsthauses.
Ihr Bogen spannt sich von den Pionieren der FrĂŒhzeit (William Henry Fox Talbot, Charles Marville) ĂŒber den Piktorialismus der âPhoto-Secessionâ (Alfred Stieglitz, Edward Steichen), die âStraight Photographyâ (Paul Strand, Edward Weston, Ansel Adams) bis zu Surrealismus, Konstruktivismus und Bauhaus (Man Ray, LĂĄszlĂł Moholy-Nagy) und dem poetisch-dokumentarischen Realismus der Mitte des 20. Jahrhunderts (Henri Cartier-Bresson, Robert Frank).cite-ref-53[53]
Die Schweizerische Stiftung fĂŒr den Doron-Preis
Die Schweizerische Stiftung fĂŒr den Doron-Preis wurde 1986 von der Marc Rich Gruppe gegrĂŒndet und zeichnete bis 2025 jĂ€hrlich ĂŒberdurchschnittliche persönliche, uneigennĂŒtzige und erfolgreiche Leistungen auf den Gebieten der Kultur, des Gemeinwohls und der Wissenschaften aus. Im Jahr 2007 erhielten das Schweizerische Jugendschriftenwerk (SJW) und die Spitalclowns der Stiftung Theodora den Doron-Preis, der damals mit je 50.000 Schweizer Franken dotiert war.cite-ref-54[54] SpĂ€ter war der Preis mit 100'000 Franken dotiert. 2025 stellte die Stiftung fĂŒr den Doron-Preis ihre TĂ€tigkeit ein, da ihr Stiftungskapital aufgebraucht war. Bis dahin wurden 99 PreistrĂ€ger gekĂŒrt.cite-ref-stiftungen-55-0[55]
Die Schweizerische Stiftung fĂŒr den Doron-Preis gehörte zu den Rich Stiftungen. Die Rich-Stiftungen unterstĂŒtzten bis 2025 weltweit rund 4000 Non-Profit-Projekte mit ĂŒber 150 Millionen USD.cite-ref-stiftungen-55-1[55]
Auszeichnungen
Im Mai 2007 erhielt Marc Rich einen Ehrendoktortitel der Bar-Ilan-UniversitĂ€t in Ramat Gan. Die zweitgröĂte israelische UniversitĂ€t begrĂŒndete die Verleihung mit Marc Richs jahrzehntelangem finanziellen Engagement fĂŒr die medizinische Forschung zur BekĂ€mpfung der LeukĂ€mie und den Projekten seiner Stiftungen zur VölkerverstĂ€ndigung. Die gleiche Ehre wurde ihm am 18. November 2007 von der Ben-Gurion-UniversitĂ€t im Negev, BeÊŸer Scheva, Israel, zuteil. Einen Preis fĂŒr soziales Engagement erhielt Rich als GrĂŒnder der Rich-Stiftungen (Sheba Humanitarian Award 2008).cite-ref-56[56]
Literatur
âą Daniel Ammann: King of Oil. Marc Rich. Vom mĂ€chtigsten RohstoffhĂ€ndler der Welt zum Gejagten der USA. Orell FĂŒssli Verlag, ZĂŒrich 2010, ISBN 978-3-280-05396-6. cite-ref-57[57]
âą Daniel Ammann: The King of Oil: The Secret Lives of Marc Rich. St. Martinâs Press, New York 2009, ISBN 0-312-57074-0 (englisch).
âą Marc Rich im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Weblinks
Wikiquote: Marc Rich
â Zitate (englisch)
âą Das Geheimnis Marc Rich, Die Weltwoche, 16. Mai 2007 (Archiv)
âą Der Mann, der seinen Namen verlor, Die Weltwoche, 24. Mai 2007 (Archiv)
âą Im Reich der Rich Boys, Spiegel online, 27. Februar 2008
âą Shawn Tully: Why Marc Rich is richer than ever, Fortune Magazine, 1. August 1988 (englisch)
âą Marcia Vickers: The Rich Boys, Business Week Online, 15. Juli 2005 (englisch)
âą Bild von Marc Rich, in der Zeitschrift Der Spiegel
Einzelnachweise
cite-note-11. â Vom FlĂŒchtlingskind zum «King of Oil», Das Magazin, 14. August 2010.
cite-note-22. â Daniel Ammann: The King of Oil: The Secret Lives of Marc Rich. St. Martinâs Press, New York 2009, ISBN 0-312-57074-0 (englisch).
cite-note-44. â SHAB: 125/2003 vom 3. Juli 2003 (S. 19, Tagebuch Nr. 5913 vom 27. Juni 2003)
cite-note-q1-55. â Marc Rich: controversial commodities trader and former fugitive dies aged 78. In: theguardian.com. 26. Juni 2013, abgerufen am 12. Mai 2020.
cite-note-66. â Marc Rich, 'King of Oil' pardoned by Clinton, dies at 78. In: reuters.com. 26. Juni 2013, abgerufen am 12. Mai 2020.
cite-note-77. â Die Dunkelkammer. In: brand eins. Abgerufen am 6. November 2020.
cite-note-88. â David Pallister, Kevin Maguire: Shadow minister accused of supplying apartheid regime, The Guardian online, 4. Mai 2001. (englisch)
cite-note-99. â Walter Niederberger: Die USA hĂ€tten Marc Rich haben können, Basler Zeitung Online, 23. Oktober 2009.
cite-note-1010. â Daniel Ammann: Iran Sanctions: The Sobering Lessons of Marc Rich, ABC News, 22. MĂ€rz 2010. (englisch)
cite-note-1111. â Banks Cut South Africaâs Credit, in: ACOA Action News No. 20, 1985, S. 3 (PDF, englisch; 526 kB)
cite-note-1212. â Shawn Tully: Why Marc Rich is richer than ever, Fortune Magazine, 1. August 1988. (englisch)
cite-note-1313. â Michael Martin: Sanctions on Iran will fail, Christian Science Monitor, 1. April 2010. (englisch)
cite-note-1414. â Daniel Ammann: Iran Sanctions: The Sobering Lessons of Marc Rich, ABC News, 22. MĂ€rz 2010. (englisch)
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